Wie schützt mich ein Einlagensicherungsfonds?

April 22, 2010 1 Kommentar

In Deutschland werden die Bankguthaben privater Anleger durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Der Schutz umfasst unter anderem Termin,- Sicht,- und Spareinlagen. Hierzu zählen beispielsweise Tages- oder Festgeld.

Kommt es zum Bankrott eines Kreditinstituts, greift das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz. Die gesetzliche Einlagensicherung haftet zu 100% für Einlagen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro pro Anleger.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009, hat die Bundesregierung eine so genannte Staatsgarantie ausgesprochen, welche den Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung auf unbegrenzte Höhe erweitert hat.
Bei ausländischen Kreditinstituten sind von dieser Sicherung ausgenommen, es sei denn, es wurden entsprechende Verträge geschlossen. Der Anleger sollte überprüfen in welchem Land der Hauptsitz der Bank beheimatet ist. Liegt dieser außerhalb Deutschlands, findet die hiesige gesetzliche Sicherung keine Anwendung.

Praktische jedes deutsche Kreditinstitut bieten seinen Kunden weiterreichenden Einlagenschutz durch die Mitgliedschaft in einem der verschiedenen Einlagensicherungsfonds. Die Mitgliedschaft verpflichtet die Kreditinstitute jährlich einen bestimmten Beitrag in den Sicherungsfonds einzuzahlen. Geht ein Fondsmitglied Bankrott, werden die Einlagen der betroffenen Bankkunden mit Hilfe dieser Rücklagen ersetzt.

Zu den größten privatwirtschaftlich organisierten Einlagensicherungsfonds gehört der Bundesverband deutscher Banken (BdB), mit mehr als 230 angeschlossenen Kreditinstituten. Jedes Fondsmitglied haftet mit 30% seines Eigenkapitals für jeden seiner Kunden. Im Normalfall bedeutet dies für den privaten Anleger eine zusätzliche Sicherheit in mehrstelliger Millionenhöhe.

Die genaue Höhe lässt sich dem letzten Jahresabschluss der jeweiligen Bank entnehmen, in dem Zahlen zum Eigenkapital veröffentlicht wurden.
Bei der Geldanlage im Ausland gilt es die Größe des Einlagensicherungsfonds zu prüfen. In kleinen Ländern besteht ein privater Sicherungsfonds häufig nur aus wenigen Banken, die im Ernstfall keinen ausreichenden Anlegerschutz bieten können.

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) stellt einen weiteren Einlagensicherungsfonds. Er wird unter anderem von den Förder- und Landesbanken des Bundes und Länder getragen und gewährt den Anlegern eine unbegrenzte hundertprozentige Einlagensicherung zu. Ähnlich leistungsstark präsentiert sich der Haftungsverband der Sparkassen-Finanzgruppe. Kunden dieser Kreditinstitute können gleichfalls auf unbegrenzten Einlagenschutz vertrauen.

Aktien und Aktienfonds werden nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung erfasst. Eine Bankenpleite hat für den Aktionär keine direkten wirtschaftlichen Konsequenzen. Er ist der rechtmäßige Besitzer der Wertpapiere, die lediglich von dem Kreditinstitut verwahrt wurden. Im Ernstfall kann er mit seinen Papieren zu einer anderen Bank wechseln.

Bild: © Ideeah Studio – Fotolia.com

Tags: , , , Allgemein
One Comments to “Wie schützt mich ein Einlagensicherungsfonds?”
  1. [...] Anleger Anteile am Fonds für vergleichsweise wenig Geld erwerben können, haben die Käufer von Fonds die Möglichkeit mit einem geringen Kapitaleinsatz das Portfolio entsprechend zu diversifizieren. [...]

Kommentar schreiben

(erfordelich)

(erfordelich - wird nicht veröffentlicht)


Werte schaffen Werte: wie das genossenschaftliche Prinzip funktioniert

Den meisten von uns sind Genossenschaften durch Wohnungsgenossenschaften, durch Konsumgenossenschaften und auch durch Genossenschaftsbanken bekannt. Dennoch ist nur den...

Off Shore Plattformen verteuern Strompreis

Off Shore Windparks gelten als große Hoffnung im künftigen Energiemix, der in weiten Teilen aus erneuerbaren Energien bestehen soll....

Hat das Hamstern der Krankenkassen bald ein Ende?

Dank guter Konjunktur fahren Krankenkassen und Gesundheitsfonds Überschüsse in Milliardenhöhe ein. Doch was soll mit dem Geld passieren?Wegen der...

Waffenexport – Deutschland ganz vorne dabei

Es klingt zunächst seltsam, so nimmt man doch an, dass gerade aufgrund der deutschen Vergangenheit das Land im Umgang...