Geldanlage 2012 – Wohin geht der Trend?
Januar 23, 2012 Keine Kommentare
Das Geldanlagejahr 2012 ist gerade in den ersten Monaten von einer ziemlich uneinheitlichen Lage an der Zinsfront gekennzeichnet. Während einerseits die Risiken der Schuldenkrise von Griechenland aus auf die anderen Länder überzugreifen drohen, versucht insbesondere der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble durch eine Radikalkur die Zinsen für deutsche Staatspapiere beinahe gegen Null zu drücken. Wer es nicht selbst im Wirtschaftsteil der Zeitung gesehen hat oder die aktuellen Konditionen der Bundeswertpapiere selbst ansieht, kann es kaum glauben: Einjährige bringen nur noch 0,05 %, selbst die sechsjährigen Bundesschatzbriefe bringen bei der vollen Laufzeit nur noch 0,86 % Endrendite. Nach sechs Jahren! Deshalb gehören Bundeswertpapiere sicherlich nicht zu den Trendsettern diesen Jahres.
Die Kunden sind weiterhin selbstbewusster
Weiter geht aber die berechtigte Suche der Kunden nach gut verzinsten, sicheren Geldanlagen. So stehen weiterhin Vergleichsportale zum Vergleich von Festgeldzinsen und Tagesgeldzinsen sehr hoch im Kurs. Die Marktforschung zeigt hier einen eindeutigen Trend zu einer weiteren Kontoverbindung über die klassische Hausbank hinaus. So sind bei den Tagesgeldern und Festgeldern Zinsen mit einer Zwei vor dem Komma keine Seltenheit, somit ein Vielfaches der Staatspapiere. Die Garantien hier sind mehrfach vorhanden: Der Einlagensicherungsfonds des Bankgewerbes, die Merkel-Garantie und europäische Regelungen sorgen für Sicherheit auch bei fünfstelligen Beträgen. Somit geht der Trend weiterhin zum aktiven Aussuchen einer Bankverbindung fürs Festgeld.
Geschlossene Immobilienfonds gehören eindeutig zu den Trendverlierern
Das Statistische Bundesamt und der Sachverständigenrat rechnen im neuen Jahr 2012 nur noch mit einem Mini-Wachstum. Mal ist von einem Wachstum von 0,7 % die Rede, mal von noch weniger. Damit dürfte klar sein, dass große Firmen und Unternehmen nicht großartig neue Arbeitsplätze schaffen und damit neuen Büroraum benötigen. Die Überkapazität bei Gewerbeimmobilien insbesondere in besten Lagen wird somit unverändert bestehen bleiben. Einige Fonds, deren Anteilseigner aussteigen wollen werden weiterhin keine Anteile zurücknehmen. Dies wird eine Belastung für den Bereich der geschlossenen Immobilienfonds sein. Neubauten und Investitionen in gewerbliche Immobilien wird es allenfalls in einigen Innenstadtlagen bei der Aufwertung traditioneller Einkaufsstraßen durch Malls oder die Fertigstellung bereits begonnener Projekte geben.
Die Fusion von Postbank und Deutsche Bank steht bevor
Am 06. Juni 2012 ist die Hauptversammlung der Anteilseigner der Deutschen Postbank AG. Obwohl die Tagesordnung noch nicht bekanntgegeben worden ist rechnet man damit, dass die Deutsche Bank AG die Minderheitseigentümer der Deutschen Postbank AG aus dem Unternehmen herausdrängen und die Bank voll übernehmen wird. Die Deutsche Bank erfreut sich nicht bei allen Bevölkerungsschichten einer hohen Beliebtheit, wie die Marktforschung und die Beurteilung der Sympathiewerte dieses Unternehmens immer wieder zeigen. Deshalb wird es jede Menge Wechselaktivitäten von Kunden von der neuen, fusionierten Postbank zu anderen Banken geben. Wenn der genossenschaftliche Sektor oder die Volks- und Raiffeisenbanken dies geschickt anstellen, dann wird die Geldanlage bei Sparkassen und Genossen auch ein Trend dieses Jahres 2012 sein.
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