Luxus im Winter – Heizen wird teuer
Januar 23, 2012 Keine Kommentare
Eine warme Wohnung wird für mehr und mehr Menschen in Deutschland zum unbezahlbaren Luxus: So stark wie im Winter 2011 stiegen die Energiekosten schon lange nicht mehr an: Im Vergleich zum Vorjahr wurde Heizöl um fast 25% teurer, während Fernwärme sich im Schnitt um 7% und Gas um 8% verteuerte. Im Schnitt müssen Mieter dadurch mittlerweile fast 30% ihres monatlich verfügbaren Einkommens für Heizkosten aufwenden. Insbesondere einkommensschwachen Haushalten setzt die Heizkostenexplosion spürbar zu: Experten zufolge wird es für viele Geringverdiener in diesem Winter kaum möglich sein, die Wohnung konstant auf kuschelige 22 Grad Celsius zu heizen, da dies einfach viel zu teuer werden würde. Insbesondere in schlecht sanierten Altbauwohnungen, wo ein Großteil der Wärme wieder verpufft, stellen die hohen Heizkosten ein ernst zu nehmendes Problem da, vor dem Mieter und Vermieter nicht die Augen verschließen dürfen.
Laut deutschem Mieterbund kostet das konstante Heizen einer 100 qm2 großen Wohnung, die mit Öl beheizt wird und in der vier Personen leben, diesen Winter über 300 Euro mehr als letztes Jahr.
Grund für den rasanten Energiepreisanstieg sind vor allem die hohen Inflationsraten in Deutschland, die auch mit Finanz- und Schuldenkrise in Zusammenhang stehen. Außerdem steigt weltweit die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen, Gas, Fernwärme und anderen Rohstoffen, was sich letztlich in erhöhten Preisen für Endkunden äußern. Noch dazu ist der Euro momentan international relativ schwach, was sich ebenfalls negativ auf die Heizkosten auswirkt, da auf dem internationalen Rohstoffmarkt hauptsächlich in US Dollar abgerechnet wird.
Mieter und Hausbesitzer müssen den steigenden Energiekosten jedoch nicht tatenlos entgegensehen, sondern können einfache und effektive Schritte ergreifen um die Kostenbelastung zu senken: Am einfachsten geht dies, indem an die Wohnung um 1-2 Grad weniger heizt. Wer in der Wohnung einen Pullover trägt, kann das problemlos wegstecken und spart so schon einmal eine Menge Geld. Zudem sollte man bedenken, dass einzelne Wohnräume auch unterschiedliche temperiert werden sollten: Im Schlafzimmer sind 18 Grad Raumtemperatur für die meisten Menschen vollkommen ausreichend, zumal es sich in einer kühleren Umgebung oft ohnehin angenehmer schläft. Auch das richtige Lüften soll hier nicht unerwähnt bleiben: Kurzes Stoßlüften ist effektiver als gekippte Fenster und sorgt dafür, dass weniger warme Luft entweicht.
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